KI-Agenten in der Bewerbung: Stefan Scheller ordnet ein, was auf HR zukommt

16 % wollen sich künftig von einem KI-Agenten bewerben lassen. HR-Experte Stefan Scheller ordnet ein, was das für Recruiting bedeutet. Mit Video und aktueller Umfrage.

Kevin Kwasniok - Aktualisiert am 23.10.2026

Bewerben ist Arbeit. Stellen suchen, Lebenslauf anpassen, Anschreiben formulieren, Formulare ausfüllen. Ein Teil der Menschen will das künftig gar nicht mehr selbst machen. Das soll ein KI-Agent erledigen. Stefan Scheller hat diese Entwicklung auf der NØRD 2026 in Rostock auf die Bühne gebracht. Wir haben den Moment im Video festgehalten.

https://youtube.com/shorts/YFJAB6soEPQ

Das Video gibt es auch als Reel auf Instagram.

16 % wollen sich nicht mehr selbst bewerben

Auf der NØRD 2026, der Digital Convention des Landes Mecklenburg-Vorpommern am 27. und 28. Mai 2026 in der HanseMesse Rostock, sprach Stefan Scheller über das Thema „Disrupted HR: wie KI die Spielregeln im Recruiting neu schreibt“. Eine Zahl daraus bleibt hängen. Scheller sagt wörtlich:

> „Und neu, das kommt dazu: 16 %, die sagen, ich will das überhaupt nicht mehr selber machen, auch in Zukunft nicht, das soll der Bot für mich machen. Oder der Agent, wie man so schön sagt.“

16 % sind keine Mehrheit. Aber die Zahl zeigt eine Richtung. Bisher war die Bewerbung ein Schritt, den ein Mensch selbst geht. Jetzt gibt es Menschen, die diesen Schritt bewusst an eine Maschine abgeben wollen.

Was ist ein KI-Agent in der Bewerbung?

Ein KI-Agent ist ein Programm, das Aufgaben selbstständig erledigt. In der Bewerbung kann das heißen: passende Stellen finden, Unterlagen anpassen und die Bewerbung abschicken. Der Mensch gibt den Auftrag, der Agent macht den Rest.

Für Bewerber klingt das bequem. Für Unternehmen wirft es Fragen auf. Wer hat das Anschreiben eigentlich geschrieben? Und wie erkennt man, ob hinter einer Bewerbung echtes Interesse steckt?

Der aktuelle Fall: Bewerbungsflut durch KI

Wie schnell diese Fragen im Alltag ankommen, zeigt eine Umfrage, die gerade viel diskutiert wird. Im Oktober 2026 hat die Jobseite Indeed 300 Personalentscheider in Deutschland befragen lassen. Die Ergebnisse hat unter anderem das Handelsblatt mit dpa veröffentlicht:

  • 56 % berichten von mehr Bewerbungen pro Stelle als vor einem Jahr.
  • Im Schnitt schätzen die Befragten, dass rund ein Drittel der Bewerbungen mit KI erstellt wird.
  • 54 % halten Anschreiben für weniger aussagekräftig als früher.
  • 41 % sortieren Bewerbungen, die offensichtlich komplett mit KI geschrieben sind, direkt aus.
  • 42 % nutzen Software oder KI für die Vorauswahl. Von ihnen geben 11 % an, dass automatisch aussortierte Bewerbungen vor der Absage nicht mehr von einem Menschen geprüft werden.

Wichtig: Die Umfrage ist nicht repräsentativ für alle Unternehmen in Deutschland. Sie zeigt aber, was viele HR-Teams gerade erleben. Die Debatte läuft entsprechend: Die DBV-Gewerkschaft kritisiert, dass überforderte Personalabteilungen KI entscheiden lassen und dabei auch passende Bewerber als „KI-Fake“ aussortiert werden.

So entsteht ein seltsamer Kreislauf. Bewerber schreiben mit KI, Unternehmen sortieren mit KI. Am Ende reden Maschinen mit Maschinen. Genau hier wird Schellers Zahl spannend. Wenn bald nicht nur der Text, sondern der ganze Bewerbungsweg von einem Agenten kommt, reicht es nicht, KI-Texte zu erkennen und auszusortieren.

Was HR jetzt tun kann

Für Personalabteilungen ergeben sich daraus ein paar einfache Fragen:

  • Klare Stellenanzeigen: Sind Aufgaben, Anforderungen und Ort so eindeutig beschrieben, dass Mensch und Maschine sie verstehen?
  • Faire Vorauswahl: Prüft am Ende ein Mensch, bevor jemand eine Absage bekommt?
  • Echte Gespräche: Wo im Prozess lernen wir die Person kennen und nicht nur ihre Unterlagen?
  • Ehrliche Kommunikation: Sagen wir offen, wo wir selbst KI einsetzen?

Die Antworten fallen in jedem Unternehmen anders aus. Wichtig ist, dass HR die Fragen stellt, bevor die ersten Agenten im Postfach landen.

Wofür Stefan Scheller steht

Stefan Scheller ist als „der Persoblogger“ bekannt. 2013 startete er seinen Blog PERSOBLOGGER.DE, heute ist daraus ein HR-Praxisportal mit Fachartikeln, Studien und den Podcasts „Klartext HR“ und „YOUR HR STAGE“ geworden. Hauptberuflich arbeitet er in der Arbeitgeberkommunikation der DATEV eG in Nürnberg. Er wurde unter anderem als HR Top Voice von Personio und als Top HR-Influencer vom Personalmagazin ausgezeichnet (Quelle).

Diese Doppelrolle macht seine Vorträge besonders. Er beobachtet den HR-Markt von außen und steht gleichzeitig selbst in der Praxis. So kann er Trends wie KI im Recruiting danach beurteilen, ob sie im Alltag wirklich funktionieren. Seine Themen sind Employer Branding, Recruiting, New Work und KI im HR.

Für welche Events passt Stefan Scheller?

HR-Kongresse, Recruiting-Events, Arbeitgeberforen, Führungskräftetagungen und interne Strategietage. Überall dort, wo Personalverantwortliche verstehen wollen, wie KI die Personalgewinnung verändert. Mehr zum Thema finden Sie in unserem Beitrag zu generativer KI für HR und Leadership und auf unseren Themenseiten zu Recruiting, Employer Branding und Künstlicher Intelligenz.

Häufige Fragen

Bewerben sich bald KI-Agenten statt Menschen?

Ganz ersetzt wird der Mensch nicht. Laut der Zahl, die Stefan Scheller auf der NØRD 2026 gezeigt hat, wollen sich aber 16 % auch in Zukunft nicht mehr selbst bewerben. Das soll ein Bot oder Agent für sie machen.

Dürfen Unternehmen Bewerbungen nur mit KI aussortieren?

Nein. Eine Absage darf nicht allein automatisch entstehen, ein Mensch muss die Entscheidung prüfen. Genau das passiert laut Indeed-Umfrage aber nicht überall.

Wie kann ich Stefan Scheller anfragen?

Über sein Profil auf SpeakingStage. Dort finden Sie seine Themen und können unverbindlich anfragen.

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FAQ

Bewerben sich bald KI-Agenten statt Menschen?

Ganz ersetzt wird der Mensch nicht. Laut der Zahl, die Stefan Scheller auf der NØRD 2026 gezeigt hat, wollen sich aber 16 % auch in Zukunft nicht mehr selbst bewerben. Das soll ein Bot oder Agent für sie machen.

Dürfen Unternehmen Bewerbungen nur mit KI aussortieren?

Nein. Eine Absage darf nicht allein automatisch entstehen, ein Mensch muss die Entscheidung prüfen. Genau das passiert laut Indeed-Umfrage aber nicht überall.

Wie kann ich Stefan Scheller anfragen?

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